Kreative Auszeit

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Mein Weg zurück zum Malen

Es war noch etwas ungewohnt und mein Pinselschwung lange noch nicht wieder so locker wie früher. Aber dieses Glücksgefühl, welches ich immer beim Malen hatte, das war sofort wieder da.

Ein neuer Anfang: Alte Malutensilien wiederentdecken

Ich habe nach einer schier endlos langen Zeit meine alten Mal-Utensilien hervorgekramt und mir eine kreative Auszeit gegönnt. Und dann saß ich da vor meinem weißen Blatt Papier. Aber zum Glück gibt es auf Youtube zig Inspirationen, wie man wieder anfängt zu Malen. Mir gefiel ein Mix-Media-Bild, da ich so etwas früher noch nicht gemacht hatte. Die Materialien dazu habe ich schnell bei uns im Haushalt gefunden und auch eine leere Leinwand und Acryl-Farben hatte ich noch. So tauchte ich ein, in die Farben, die Strukturpaste und klebte allerlei Zeugs auf mein Bild. Ich konnte endlich wieder einmal die Zeit vergessen und einfach nur kreativ sein. Ohne Ziel. Einfach nur machen.

Warum ist das jetzt so besonders, dass ich darüber schreiben möchte?

Die Magie des kreativen Flows

Nun, vor rund 27 Jahren habe ich meine innere Ruhe, meine Leichtigkeit und auch mein Hobby verloren. Als Kind und auch bis in meine 20er-Jahre liebte ich es, kreativ zu sein. Neben dem Fotografieren gehörte schon damals das Basteln und besonders das Zeichnen und Malen zu meinen liebsten Beschäftigungen. Ich konnte dann in meinen Tätigkeiten vollkommen aufgehen, die Zeit vergessen und in den Flow kommen.

Aquarell: nach dem Regen

Verpflichtungen und der Verlust der Leichtigkeit

Mit Ende 20 kam dann das Leben dazwischen: Firmengründung, Hausbau, Trennung, Neuanfang, neuer Job, nächste Selbstständigkeit. Die Verpflichtungen wuchsen und die Verantwortung wurde mehr und mehr.

Ohne es wirklich zu bemerken, verlor ich meine Leichtigkeit.

Meine Patentante schrieb mir damals, als ich noch in der Grundschule war, folgenden Spruch in mein Poesie-Album.

lachendes Kind

Mein Lachen hatte ich zwar nicht verlernt, aber dennoch wurde ich immer ernster und nach und nach verspannte sich mein ganzer Körper.

Zwischendurch gab es immer wieder zaghafte Versuche wieder mit dem Malen anzufangen. Doch diese scheiterten schnell an zu hohen Erwartungen. Ich hatte mein Gespür für die Bilder, die ich erschaffen wollte verloren. So machte ich mir noch mehr Druck mit dem Urteil einfach nicht gut genug zu sein.

Ich erlaubte mir nicht mehr, einfach einer scheinbar sinnlosen und nicht zielführenden Tätigkeit nachzugehen, denn ich hatte ja so viel Arbeit.

Da ich mit meiner Selbstständigkeit meine kreative Seite nicht befriedigen konnte, fing ich immer wieder neue Projekte an und schuf mir mein eigenes Hamsterrad. Zum Glück erkannte ich dieses Dilemma bevor ich in einem Burnout landete. So kann ich euch wirklich raten, hört auf eure innere Stimme, bevor sie laut schreien muss.

Ein innerer Ruf: Die Bedeutung von Kreativität

Die Seele weiß, wo ihr Weg ist. Und wenn der Körper nicht hören will, schickt sie ihm Zeichen. Meistens sind diese Zeichen körperliche Symptome und vor allem Schmerzen. Aber das Universum ist ein fantastischer Ort. Denn so wie wir plötzlich unter diversen Schmerzen leiden, schickt es uns zur richtigen Zeit auch genau die richtigen Impulse. Man muss sie nur erkennen und die Chancen ergreifen. Meine Chance war der Feeling Good-Kurs von Korinna Söhnholz. Schon nach kurzer Zeit lockerten sich durch die Vagus-Übungen und neuen Routinen meine Verspannungen. Das tägliche Meditieren brachte mir Ruhe und plötzlich ploppte in Facebook eine Einladung zu einem Zeichenkurs auf. - Manchmal ist das schon etwas spuky, wenn solche Dinge geschehen.

Aber ich ergriff die Chance und meldete mich gleich zum Schnupperkurs im Urban-Sketching an. Das hatte ich bisher noch nicht ausprobiert und so war ich neugierig, was mich erwartete.

Der Weg zurück: Urban-Sketching und neue Techniken

Der Workshop zeigte mir schnell, dass es genau das war, was wieder in mein Leben kommen sollte. Das echte reale Malen. Keine KI. Kein Photoshop. Einfach nur ein Blatt Papier, ein Stift und Farben. Direkt nach dem Workshop habe ich mich dann auch gleich zum Anfänger-Kurs angemeldet. Alles online, live an vier Abenden. Das ist schön kompakt und ich muss mich nicht langfristig verpflichten. Also genau richtig, für meine neue Leichtigkeit.

Bis der Kurs anfängt probiere ich jetzt alle möglichen Farben und Techniken aus. Lasse mich treiben, um zu ergründen, was mir am meisten Freude bereitet. Denn nur darum geht es.

Genießen ohne Druck: Die Freiheit der Kreativität

Ob ihr für euch nun auch das Malen (wieder-)entdeckt, mit dem Stricken anfangt oder im Garten werkelt, wichtig ist einzig und allein, dass es sich dabei um eine Tätigkeit handelt, die kein spezifisches Ziel hat. Nehmt euch keine zu großen Projekte vor, da sonst schnell wieder Druck auf kommt.

Lasst euch treiben und genießt die Zeit - ohne Arbeit, ohne Computer oder Handy und ohne soziale Medien.

Macht euch schöne Musik an und taucht ab in euren Seelenraum.

Schreibt mir gerne, was euch in den Flow bringt und welche kleinen Auszeiten ihr euch gönnt.

Eure Sonja

P.S: Hier unten seht ihr einige meiner frühen Werke. Damals noch mit den jeweiligen Namen Schönhagen und später Beyer signiert.